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Nataly Savina
© Johannes Held

Nataly Savina

Nataly Elisabeth Savina, 1978 in Riga geboren, zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Mutter nach Helsinki, später nach Freiburg im Breisgau. Nach dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim ging sie an die Film- und Fernsehakademie Berlin.

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Über Nataly Savina

Nataly Elisabeth Savina, 1978 in Riga geboren, zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Mutter nach Helsinki, später nach Freiburg im Breisgau. Nach dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim ging sie an die Film- und Fernsehakademie Berlin. Dort arbeitet sie als Drehbuchautorin, Dramaturgin und Lektorin. Mit ihrem Partner und ihren beiden Söhnen lebt sie im früheren Ostberlin.

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Interview

Frage:

HERBSTATTACKE ist ein problemorientiertes Buch mit ernsten Themen (Umzug in eine neue Stadt, erste Liebe, Mobbing, interkulturelle Konflikte). Was macht Ihre Geschichte außerdem aus?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Mein Buch zeichnet sich weniger durch die Themen aus, die ja sicher vielen Jugendlichen vertraut sind, als vielmehr durch die Figuren und durch die Erzählweise. Ich wollte Dinge zeigen ohne sie zu werten oder gar zu instrumentalisieren. Denn ich glaube, dass junge Menschen Bücher verdienen, in denen ihnen auf Augenhöhe und ohne erhobenen Zeigefinger begegnet wird. Darum habe ich versucht, die Figuren lebensnah und nachdenklich zu gestalten und lasse sie komplizierte Beziehungen durchleben. Und ich spiele mit der Linearität der Erzählung, um Freiräume für die Fantasie der Leser zu schaffen.

Frage:

Sie sind als Jugendliche nicht nur in andere Städte gezogen, sondern auch in andere Länder: von Riga nach Helsinki, von dort nach Freiburg. Ist Leos Suche nach neuen Freunden eine Situation, die Sie selbst aus dieser Zeit kennen?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Ja, ich musste als Jugendliche oft umziehen, die Schule wechseln und zwei Mal eine neue Sprache lernen, von der ich am Anfang kein einziges Wort verstand. Häufig stand ich auf dem Schulhof in der Ecke und dachte: Sie müssen mich doch ansprechen, nicht ich sie – schließlich sind sie viele und ich neu und alleine. Aber so funktioniert das leider nicht. Ich habe erlebt, dass man aus verschiedensten Gründen ausgegrenzt werden kann: weil man zu ernst guckt, weil man zu viel lacht, weil man zu viel Schmuck trägt oder fünffarbig lackierte Fingernägel, weil man nicht katholisch, nicht deutsch oder nicht die Besitzerin einer grünen Jeans ist, weil man sich nicht prügelt, nicht genug Alkohol trinkt oder abends nicht so lange wie andere raus darf. Ich weiß also ziemlich genau, wie Leo sich in der neuen Schule fühlt.

Frage:

Sie sind in Lettland, Finnland und Deutschland aufgewachsen und schreiben auf Deutsch. Ist Deutsch mittlerweile Ihre „Muttersprache“ geworden?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Ich habe heute noch die Tagebücher aus meiner Teenagerzeit, auf Deutsch geschrieben, gebrochen und voller Rechtschreibfehler. Das war die Sprache, die meine Eltern nicht so gut verstanden, die ich mir zu eigen machte und die ich mir ganz alleine erobern konnte. Bis heute fällt es mir leichter, auf Deutsch über Gefühle zu sprechen. Aber meine Muttersprache bleibt Russisch. Ich liebe beide Sprachen sehr und schätze mich glücklich, mich in beiden Sprachen frei bewegen zu können.

Frage:

Sie haben an der Film- und Fernsehakademie Berlin studiert. Inwiefern hat das Ihr fiktionales Schreiben beeinflusst?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Bevor ich an die Filmakademie kam, habe ich in Hildesheim unter anderem Kunst studiert. Ich habe viel gemalt und mich mit Kunstgeschichte beschäftigt. Mein Medium war also eher visueller Natur. Ich sammelte innerlich Augenblicke, um sie später als Bild auszudrücken. Ich schrieb kein Tagebuch mehr und wollte dennoch wichtige Momente in meinem Leben fest-halten – darum habe ich sie gemalt oder gezeichnet. Alles was mich bewegte, versuchte ich auf diese Weise festzuhalten. Wenn man eine gute Geschichte jedoch erzählen oder schreiben will, kommen Dramaturgie, Struktur und Figurenentwicklung ins Spiel. Erst dadurch wird eine Geschichte fesselnd und emotional. Solche Dinge kann man an einer Filmakademie lernen und weiterentwickeln. Obwohl für mich das Wichtigste die Menschen waren, die ich dort getroffen habe: inspirierende, kreative und spannende neue Freunde.

Frage:

Was finden Sie daran spannend für Jugendliche zu schreiben?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Ich glaube, zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gibt es jede Menge Missverständnisse. Ich hatte zum Beispiel mal einen Freund, der vor Jugendlichen geradezu Angst hatte. Er fand sie sogar gefährlich. Weil sie laut sind und unberechenbar. Ich habe mich schon damals gefragt, was dahinter steckt. Welche Ängste und Gefühle Jugendliche und Erwachsene eigentlich auseinanderbringen. Diese Grenze zwischen den Lebenswelten auszuloten, finde ich spannend. Ich habe daher während des Schreibens an „Herbstattacke“ mit vielen Jugendlichen gespro-chen und mir angehört, was sie beschäftigt. Außerdem schätze ich Jugendliche als Leser und Publikum sehr. Sie sind meist emotional und ehrlich. Sie merken schnell, wenn man ihnen etwas vormacht. Sie lassen die Dinge, die ihnen widerfahren, ungefiltert und offenherzig an sich heran. Und geben auf die gleiche Art Rück-meldung.

Frage:

Was treibt Sie beim Schreiben an?

Nataly Savina
Nataly Savina:

Für mich ist Schreiben ein Bestandteil meines Lebens, ebenso wie Lesen. Ich könnte mir nicht vorstellen damit aufzuhören. Als Jugendliche haben mich bestimmte Lieblingsbücher wie Freunde begleitet, ich konnte teilweise ganze Passagen auswendig. Die Autoren der Bücher standen dabei nie im Vordergrund für mich. Nur die Geschichten waren wichtig – sie waren wie meine eigenen Erlebnisse und Wegweiser zugleich. Die Vorstellung, meine Geschichten könnten das Gleiche bewirken, ehrt und fasziniert mich.

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