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Regina Dürig
© Marco Frauchiger

Regina Dürig

Regina Dürig, Jahrgang 1982, ist im Odenwald aufgewachsen. In dem Glauben, nur als Werbetexterin ließe sich schreibend Geld verdienen, studierte sie zunächst in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.

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Über Regina Dürig

Regina Dürig, Jahrgang 1982, ist im Odenwald aufgewachsen. In dem Glauben, nur als Werbetexterin ließe sich schreibend Geld verdienen, studierte sie zunächst in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Nachdem sie ihr Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, beschloss sie im schweizerischen Biel Literarisches Schreiben zu studieren. Obwohl sie immer noch einen Keller voller Möbel in Berlin hat, ist sie nach dem Studium in Biel geblieben und arbeitet seit 2010 am dortigen Literaturinstitut. Ihre Freizeit verbringt sie am allerliebsten lesend oder schreibend.

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Interview

Frage:

Der erste veröffentlichte Roman – für viele ein Traum. Für Sie ist er mit KATERTAG ODER: WAS SAGT DER KNOPF BEI NACHT? wahr geworden. Wie kam es dazu und hat das etwas in Ihrem Leben verändert?

Regina Dürig
Regina Dürig:

Vieles! Ich habe als Autorin nun ein Publikum und schreibe wirklich für andere Menschen – nicht mehr nur für mich selbst. Das war eine ziemliche Umstellung: die Tatsache, dass das Buch erscheinen wird, dass es für sich selbst stehen muss. Der Goldene Pick, der Debüt-Wettbewerb von Chicken House und der F.A.Z., war der letzte Anstoß, den ich gebraucht habe, um das Buch zu schreiben. Ich befasse mich schon sehr lange mit dem Stoff, aber ich hatte bisher keinen Zugang gefunden, die Geschichte zu erzählen. Erst durch die Wettbewerbsausschreibung wurde mir klar, dass ich KATERTAG als Jugendbuch schreiben könnte – und das hat den Knoten gelöst. Plötzlich wusste ich alles, von den Figuren bis hin zu einzelnen Szenen. Zudem war dann die Zusammenarbeit mit dem Verlag sehr wichtig. Sie hat mir geholfen, die Geschichte, die mich interessiert, noch klarer und eindeutiger zu erzählen. Weil ich mit dem Manuskript den Goldenen Pick gewonnen habe, gab es schon vor dem Erscheinen des Buches Artikel in der Presse. Auch das war eine ganz neue Erfahrung für mich: zu lesen, was andere über meine Geschichte schreiben!

Frage:

Sie haben sich mit Alkoholismus ein schweres Thema ausgesucht. Warum?

Regina Dürig
Regina Dürig:

Über Alkoholismus zu schreiben, erschien mir wichtig – und das aus zwei Gründen. Erstens aus einer gesellschaftlichen Perspektive heraus, denn es ist eine Krankheit, über die fast nie gesprochen wird, und wenn, dann eher als Kavaliersdelikt. Und das, obwohl die Auswirkungen in vielen Fällen gravierend sind. Sie zerstört ganze Existenzen und oft könnte man das verhindern, wenn man nur früh genug darüber reden würde. Stattdessen werden alle Anzeichen heruntergespielt und bewusst oder unbewusst übersehen. Es geht mir dabei überhaupt nicht um Schuldzuweisungen, im Gegenteil: In dem Buch passiert viel Schlimmes, es zeigt aber auch die Möglichkeit des Verzeihens. Der zweite Grund hat eher mit der Geschichte selbst zu tun: Erwachsenwerden heißt ja immer eine eigene Position zu finden und sich abzulösen. Die daraus resultierenden Konflikte treten, wenn ein Elternteil aus der eigenen Rolle fällt, viel heftiger auf, sie fordern viel mehr von der Familie, sie stellen fast alles auf die Probe. Irgendwann ist dann jeder an dem Punkt, an dem er sich fragt, wie böse er auf jemanden sein kann oder vielleicht sogar muss, gerade weil er ihn oder sie sehr liebhat. In KATERTAG werden also auch allgemeine Themen wie Macht, Abhängigkeit und Freiheit behandelt – am Beispiel einer durch Alkoholismus beschädigten Familie.

Frage:

Ist Ihre Hauptfigur Nico ein moderner Held?

Regina Dürig
Regina Dürig:

Ob modern oder nicht, kann ich nicht sagen, aber ein Held ist Nico für mich auf jeden Fall. Weil er sich sein Leben zurückholt, er eignet sich seine Geschichte buchstäblich wieder an, indem er seinem Vater schreibt und ihm so zwar seine Fehler vor Augen führt, aber ihm gleichzeitig die Möglichkeit gibt, wieder am Leben seines Sohnes teilzuhaben. So löst sich Nico aus seiner Ohnmacht und holt sich seine Unabhängigkeit zurück. Ein Held ist er auch deswegen, weil er dafür kämpfen muss. Er muss seine eigene Wut und Verletztheit überwinden, was sicher eine der schwersten Dinge überhaupt im Leben ist. Diese Größe, um die er auch während des Schreibens oft ringen muss, ist etwas, das er in sich entdeckt. Aber nicht nur während des Schreibprozesses, sondern auch in den Begebenheiten, die Nico im Brief schildert, ist er für seine Mutter und seine Schwester da, obwohl er nicht immer der gleichen Meinung ist wie sie. Er steht für seine Vorstellungen und er kann verzeihen. Vielleicht ist Nico für mich auch deshalb ein Held – ich wäre gerne so unglaublich großzügig wie er!

Frage:

Die Jury hat sich besonders von dem Ton Ihres Romans beeindruckt gezeigt. Hat das bei Ihnen instinktiv funktioniert oder war das hart erarbeitet und sehr reflektiert eingesetzt?

Regina Dürig
Regina Dürig:

Sagen wir so: Ich weiß instinktiv, wann eine Idee, ein Text oder ein Satz nicht funktioniert. Und bei KATERTAG hat lange nichts funktioniert, weil ich den Ton einfach nicht gefunden habe – ich wollte kein nörgelndes, von Vorwürfen wimmelndes Buch schreiben, ich wollte aber auch nicht die Perspektive des Süchtigen einnehmen. Erst als ich (in Lausanne, im Foyer eines Theaters, völlig aus dem Nichts) die Idee hatte, das Buch als Brief eines Sohnes an den Vater, der einen Entzug macht, zu schreiben, konnte ich loslegen. Plötzlich war klar, dass es sich um einen souveränen, starken Erzähler handelt, der zwar von Bildern und Situationen schreibt, die erschütternd sind, der sich aber davon nicht unterkriegen lässt. Und sich seinen Humor bewahrt hat. Außerdem ist mir eine möglichst große sprachliche Präzision wichtig, ich versuche, das Wesentliche zu finden und so zu beschreiben, dass es im Leser Bilder hervorrufen kann. Das geht nur mit einer Stimme, die nicht wertet, und mit einem Blick, der sich nicht verschließt.

Frage:

Haben Sie durch Ihre Tätigkeit am Schweizerischen Literaturinstitut und Ihr Studium eine besondere Herangehensweise ans Schreiben? Wie hat Ihr Werdegang das Schreiben verändert?

Regina Dürig
Regina Dürig:

Für mich ist Schreiben eine kommunikative Handlung – ich möchte Geschichten erzählen, die Kraft haben und andere berühren. Im Studium am Schweizerischen Literaturinstitut habe ich gelernt, wie Texte sein müssen, die das können. Vorher habe ich zwar als Werbetexterin auch für ein Publikum geschrieben, aber es ging um Autos, Joghurt oder Sekundenkleber und nicht um die Geschichten, die mich persönlich interessiert haben. Und bevor ich ans Literaturinstitut gekommen bin, war mein eigenes, literarisches Schreiben eher zu vergleichen mit Ausbrüchen, die ziemlich unkontrolliert hervorgesprudelt sind und für andere eher schwer verständlich waren. Erst durch die vielen Textbesprechungen mit meinen KommilitonInnen und DozentInnen habe ich verstanden, wie andere meine Texte lesen und was von dem, was ich eigentlich erzählen will, tatsächlich ankommt. Ich habe gelernt, Figuren und Handlungen zu entwickeln und die nötige Balance zwischen Nähe und Distanz zu einem Stoff gefunden. Oder eher: Ich habe angefangen, eine Haltung zu finden, und wann immer ich kann, suche ich schreibend weiter.

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