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Margit Auer
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Margit Auer

Margit Auer lebt mit ihrer Familie in Eichstätt. Die Journalistin arbeitete unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und für die dpa. Als ihre drei Söhne zur Welt kamen, las sie auf einmal eine Menge Kinderbücher – und begann, selbst welche zu schreiben!

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Über Margit Auer

Margit Auer lebt mit ihrer Familie in Eichstätt. Die Journalistin arbeitete unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und für die dpa. Als ihre drei Söhne zur Welt kamen, las sie auf einmal eine Menge Kinderbücher – und begann, selbst welche zu schreiben! Nach verschiedenen historischen Kinderkrimis erscheint nun ihre erste Kinderbuchserie bei Carlsen: "Die Schule der magischen Tiere".

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    • Erscheint am 31.01.2018
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Special

Als Schriftstellerin bekommt man mit Laufen den Kopf frei – Alles über Margit Auer

Margit Auer hat schon immer gern geschrieben, in der Schule mochte sie die Fächer Deutsch und Musik besonders gern. Sie verschlang viele, viele Bücher und ärgerte sich schrecklich, weil ihr Kinderzimmer eine Glastüre hatte: So konnten die Eltern sehen, dass bei ihr noch immer Licht brannte, obwohl sie längst schlafen sollte. „Es half auch nichts, mehrere Poster übereinander zu kleben, immer schimmerte noch etwas durch.“

Wenn sie zurückdenkt, an welche Bücher sie sich besonders gut erinnern kann, dann fallen der Autorin die Bücher von Astrid Lindgren, Michael Ende, Otfried Preußler und Enid Blyton ein. "Mein Esel Benjamin" von Hans Limmer gehörte zu den allerersten Lieblingsbüchern. „Das Buch erzählt von einem kleinen Mädchen, das mit ihrer Familie, Katze und Esel auf einer griechischen Insel lebt“, erinnert sich Margit Auer.

Die Bücherei in Waldkraiburg, der Stadt in Oberbayern, in der die Autorin aufwuchs, gehörte neben dem Schwimmbad zu den Lieblingsplätzen der Autorin. Weitere Hobbys waren Kuchenbacken und Klavierspielen.

Geboren wurde Margit Auer am 23. Februar 1967 in Mühldorf am Inn. Sie hat zwei ältere Brüder. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Eichstätt, einer hübschen, barocken Kleinstadt zwischen München und Nürnberg. Im Sommer geht sie gern Schwimmen oder schippert mit der Luftmatratze auf einem Badesee herum. Das ganze Jahr über dreht sie Joggingrunden – übrigens ist Laufen ihrer Meinung nach eine gute Methode, um den Kopf frei zu bekommen. „Als Schriftstellerin sitzt man viele Stunden vor dem Computer.“

Margit Auer liebt laue Sommerabende, trifft sich gern mit Freunden im Biergarten und mag Bücher, Musik, Kino und Theater. Ihr größter Traum? „Mit Mr. Mortimer Morrison um die Welt fahren!“

Nach dem Abitur, das Margit Auer am Rupertigymnasium in Mühldorf ablegte, entschied sie sich, Journalistin zu werden. Sie ergatterte einen Studienplatz in Eichstätt und machte 1992 ihren Abschluss als Diplom-Journalistin.

Nach der Uni arbeitete Margit Auer als Redakteurin und Reporterin bei verschiedenen Tageszeitungen in Bayern. An dem Beruf gefiel ihr besonders, dass sie interessante Menschen kennenlernte und dass sie nie wusste, was an dem Tag passieren würde. 1997 kehrte sie nach Eichstätt zurück und machte sich mit einem Redaktionsbüro  selbständig. Sie schrieb unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung" und die "Deutsche Presseagentur".

Auf die Idee, Kinderbücher zu schreiben, kam sie, als ihre Kinder geboren wurden. Auf einmal kehrte die Journalistin zurück in eine Welt, die Jahrzehnte lang keine Rolle mehr gespielt hatte: Die Welt der Kinderbücher! Und wieder schleppte sie Berge davon nach Hause.

Sie las vor, Tag für Tag, und vergrub sich oft selbst in den Geschichten. Eines Tages setzte sie sich selbst an den Computer und begann zu schreiben. Zunächst nachts, weil da die Kinder schlummerten. Später an den Vormittagen, wenn die Söhne im Kindergarten und in der Schule waren. So entstanden die ersten Entwürfe und Manuskripte.

2013 erschienen die ersten drei Bände ihrer Reihe "Die Schule der magischen Tiere". Die Bücher sind inzwischen so erfolgreich, dass sie regelmäßig die Bestsellerlisten stürmen. Kinderbuchautorin ist jetzt der Hauptberuf.

Margit Auer ist mit dem Journalisten und Krimiautor Richard Auer verheiratet. Die beiden haben drei Söhne. Auch ein schrulliger Kater namens Camillo wohnt mit im Haus. Wenn Margit Auer in Urlaub fährt, dann am liebsten an die bayerischen Seen, in die Berge oder nach Italien.

Wer möchte, kann mit der Autorin auch über Facebook Kontakt aufnehmen.

Interview

Frage:

Liebe Frau Auer, wie kommt man auf die Idee zu so einer tollen Reihe und zu den immer neuen Geschichten? Haben Sie die alle selbst erlebt? Und gibt es reale Vorbilder für die Kinder in Ihren Büchern?

Margit Auer
Margit Auer:

Reale Vorbilder gibt es nicht – meine Kinder würden mich erwürgen, wenn ich ihre Lebensläufe oder die ihrer Freunde für meine Bücher verwenden würde. Aber natürlich hole ich mir eine Menge Ideen aus meiner Umgebung. Worüber lachen Kinder? Was beschäftigt sie? Welche Sorgen plagen sie? Die innige Liebe von Kindern zu Tieren spielt in meinen Büchern eine wichtige Rolle. Es war gar kein so großer Schritt von der Realität bis zu dem Gedanken: Was wäre, wenn ich mit meiner Katze, meinem Hund tatsächlich sprechen könnte?

Frage:

Ist Ihre Reihe „Die Schule der magischen Tiere“ eher für Jungen oder eher für Mädchen geeignet?

Margit Auer
Margit Auer:

Natürlich für beide! Es gibt zwei Hauptfiguren: Benni und Ida. Und alle Kinder erleben Abenteuer, die nichts damit zu tun haben, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist. Da werden Stinkerätsel gelöst, Löcher gebuddelt, es gibt eine Lesenacht mit Stromausfall oder einen Reise ins Schullandheim. Jungen haben genauso Heimweh wie Mädchen, das weiß jeder, der jemals bei so einer Fahrt dabei war. Und jeder wünscht sich einen Freund fürs Leben!

Frage:

Dass die Bücher ein solcher Erfolg geworden sind, liegt sicher nicht zuletzt an der besonderen Verbindung zwischen den Kindern und ihren sprechenden Tieren. Woraus besteht die Magie dieser Verbindung und warum ist gerade das so anziehend für die Leserinnen und Leser?

Margit Auer
Margit Auer:

Das Tier steht immer fest an der Seite des Kindes, egal, was passiert. Schildkröte Henrietta gibt Benni kluge Ratschläge, etwa, sich von Ida nicht alles gefallen zu lassen. Die Robbe Mette-Maja hilft Hatice, ihre Angst vor dem Wasser zu überwinden und Silas lernt von seinem Krokodil, dass Angeberei nicht alles ist. Die magischen Tiere haben viel Verständnis für die Sorgen ihrer Kinder und können sich gut in sie hinein versetzen. Ihre Ratschläge geben die Tiere oft auf eine lustige Art und Weise, so dass die Kinder sie gut annehmen können. Und die Leser haben viel zu lachen.

Frage:

Die Tiere, die die Kinder erhalten, werden nicht zufällig zugeteilt. Wonach werden sie ausgesucht und welche Aufgabe haben die Tiere, wenn sie zu ihren neuen Besitzern kommen?

Margit Auer
Margit Auer:

Es ist in der Tat kein Zufall, dass die neunmalkluge Ida ausgerechnet den klugen Fuchs Rabbat bekommt und der verträumte Benni die langsame Schildkröte Henrietta. Die Raubkatze, die sich Benni gewünscht hat, hätte gar nicht zu ihm gepasst! Hinter dieser Idee steckt eine Botschaft: Jeder ist genau richtig, so wie er ist. Du musst dich nicht verstellen und der Welt etwas vorspielen. Sei so, wie du bist. Auch das lernen die Kinder mithilfe ihrer Tiere.

Frage:

Wenn Sie sich selbst ein Tier als Begleiter haben aussuchen könnten, welches Tier würden Sie sich wünschen?

Margit Auer
Margit Auer:

Oh, das wechselt ständig. Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich die Fledermaus Eugenia mit ihrem witzigen Sprachfehler. Und Henrietta ist einfach nur süß! Aber ich mag auch immer sehr gerne die Tiere, die neu in die Klasse kommen. Sie erwachen durch meine Ideen und Sätze zum Leben und das ist wirklich sensationell! Jedes Mal aufs Neue.

Frage:

Ihre Bücher sind spannend und unterhaltend; gibt es darüber hinaus etwas, was Sie Kindern mit Ihren Geschichten auf den Weg geben möchten? Haben Ihre Bücher eine Botschaft?

Margit Auer
Margit Auer:

Ich möchte den Kindern auf alle Fälle mit auf den Weg geben, dass man im Leben weiter kommt, wenn man sich Verbündete sucht. Das kann ein Tier sein, der Bruder oder die Schwester, ein Freund, die Lehrerin oder ein netter Nachbar … wenn man Sorgen hat, ist es immer gut, sein Herz auszuschütten. Es ist schlimm, wenn Kinder meinen, alleine zurechtkommen zu müssen.

Frage:

Sie sind eigentlich Journalistin und schreiben auch für Erwachsene. Gibt es einen Unterschied zwischen dem Schreiben für Kinder und dem Schreiben für Erwachsene, und wenn ja, worin besteht er?

Margit Auer
Margit Auer:

Kinder kann man nichts vormachen. Das Buch muss von der ersten Seite an glaubwürdig und spannend sein. Wenn es das nicht ist, wird das Buch zugeklappt und weggelegt. Ich glaube, Erwachsene sind da geduldiger. Inzwischen schreibe ich nur noch für Kinder. Meine Bücher sind so erfolgreich, dass ich gar keine Zeit mehr habe, als Journalistin zu arbeiten.

Frage:

Wie lange hat es gedauert, bis aus Ihrer ersten Idee ein richtiges Buch geworden ist, was man in der Buchhandlung kaufen kann?

Margit Auer
Margit Auer:

Es war eine gewaltige Kraftanstrengung, die erste Idee so weiterzuentwickeln, dass eine ganze Buchreihe daraus werden konnte. Gemeinsam mit meiner Lektorin Claudia Scharf vom Carlsen Verlag habe ich die Regeln der magischen Welt von Anfang an genau festgelegt. Wer kann wen verstehen? Wann versteinern die magischen Tiere? Wie kommt das magische Tier in der Familie des Kindes zurecht? Dafür haben wir über ein Jahr gebraucht, unsere Köpfe haben ganz schön geraucht. Aber inzwischen steht das Konzept und pro Band benötige ich etwa drei Monate, um ihn zu schreiben. Da ich viele Lesungen mache und es ständig etwas zu korrigieren und überarbeiten gibt, schaffe ich etwa zwei Bände pro Jahr.

Frage:

Haben Sie einen Lieblingsort an dem Sie schreiben? Und schreiben Sie am PC oder mit der Hand?

Margit Auer
Margit Auer:

Morgens um 8 Uhr, wenn meine Kinder in der Schule sind, packe ich meinen Laptop in den Rucksack und radle in die Uni-Bibliothek, die es in meiner Stadt gibt. Das ist ein großer, lichtdurchfluteter Glasbau mit vielen Schreibtischen. In der Bibliothek lenkt mich nichts ab. Ich habe keinen Internetzugang, es klingelt kein Telefon und kein Paketbote will was vorbeibringen. Ich habe den ganzen Vormittag Zeit, um mir Geschichten auszudenken – herrlich! Wenn der Abgabetermin für den nächsten Band näher rückt, schreibe ich auch zuhause in meinem Arbeitszimmer, oft bis spät in die Nacht. Schließlich warten die Leser auf die nächste Geschichte.

Frage:

Wenn Sie nicht Autorin wären, was wären Sie dann am liebsten?

Margit Auer
Margit Auer:

Oh, da hätte ich viele Ideen. Eisverkäuferin, Pizzabäckerin, Buchhändlerin … Aber am wahrscheinlichsten ist, dass ich als Journalistin arbeiten würde. Ist ja auch ein sehr spannender Beruf.

Frage:

Sie machen viele Lesungen zu Ihrer Reihe. Wie ist da die Reaktion der Kinder? Erhalten Sie auch Leserpost?

Margit Auer
Margit Auer:

Ich kriege superschöne Briefe! So richtig mit Briefpapier, Zeichnungen und Schönschrift. Kinder erzählen mir, dass sie mein Buch an einem Tag durchgelesen haben, welche Figuren sie am liebsten mögen oder haben Ideen für Fortsetzungen. Bei den Lesungen hören die Kinder gespannt zu und stellen viele Fragen. Und ich möchte von ihnen wissen, welches Tier sie selbst gerne hätten. Vielleicht fließen diese Antworten in den nächsten Band mit ein ….

Frage:

Wie gefallen Ihnen die Illustrationen zu Ihren Büchern?

Margit Auer
Margit Auer:

Ich bin jedes Mal wieder gespannt, wie Nina Dulleck das umsetzt, was ich hinschreibe. Die Zeichnungen sind sensationell! Es gelingt ihr wunderbar, die Charaktereigenschaften der Kinder und ihrer Tiere auch mit dem Zeichenstift herauszuarbeiten.

Frage:

Gibt es „Die Schule der magischen Tiere“ auch in anderen Sprachen?

Margit Auer
Margit Auer:

Soweit ich weiß, sind Übersetzungen für die Türkei, Griechenland, Japan und Ungarn geplant, aber ich hoffe natürlich, dass noch mehr Länder dazu kommen, in denen Kinder „Die Schule der magischen Tiere“ lesen können.

Frage:

Für Kinder, die die Reihe noch nicht kennen: Muss man den ersten Band lesen, um die anderen zu verstehen, oder kann man jeden Band auch unabhängig von den anderen lesen?

Margit Auer
Margit Auer:

Jedes Buch ist in sich abgeschlossen, man kann es gut für sich lesen. Die Regeln der magischen Welt werden für Neueinsteiger jedes Mal noch einmal kurz erklärt. Aber sinnvoll ist es durchaus, mit dem ersten Band zu beginnen, weil hier die ersten Tiere übergeben werden und dann in jedem Band neue Tiere dazukommen. Aber was soll man machen, wenn in der Bücherei gerade alle Bände außer dem vierten ausgeliehen sind? Dann beginnt man eben mit „Abgefahren“ und geht mit einem Krokodil auf Klassenfahrt - ein großer Spaß, versprochen!

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