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Manga-Tutorial: Kleidung, Nähte & Recherche

 

Die zweite wichtige Eigenschaft, die deine Mangakleidung glaubhaft wirken lässt, sind Nähte. In der Realität funktionieren die wenigsten Kleidungsstücke ohne Nähte. Das ist auch in der Mangawelt nicht anders (es sei denn in deiner speziellen Mangawelt wurde Kleidung erfunden, die ohne Nähte auskommt).

Nun musst du kein Schneider sein, um glaubhafte Nähte zu zeichnen – auch wenn es sicherlich hilfreich ist das ein oder andere über das Nähen zu wissen. Es reicht vollkommen aus, wenn du dir Kleidung einmal genauer ansiehst unter dem Aspekt herauszufinden, wo die Nähte sind.

 

Nehmen wir als Beispiel ein einfaches T-Shirt.

Selbst ein stinknormales T-Shirt hat in der Regel Nähte, die die Ärmel an dem Shirt festhalten. Je eine Naht oben auf der Schulter, die das Vorder- und Rückenteil verbinden und meistens auch auf an beiden Seiten eine Naht vom Ärmel runter zum Saum.

Zusätzlich haben T-Shirts einen Kragen, den du mit einzeichnen solltest. Die Säume unten am Shirt und an den Ärmeln kannst du weglassen, wenn du willst.

Aber selbst bei einem einfachen T-Shirt kann man schon mit den Nähten herumspielen.

Die Zweite Version der Ärmel nennt man „Raglan“-Ärmel. Hier gibt es keine Nähte auf den Schultern, weil die Ärmel bis zum Kragen eingesetzt sind. Zusätzlich hat diese Version einen V-Ausschnitt. Das war aber nicht zwingend. Ich wollte nur die Möglichkeit zeigen.

Die letzte Version spielt noch ein wenig mehr. Der Kragen ist sehr eng und hat noch eine kleine v-förmige Extra-Naht in der Front. Die Ärmel sind viel kürzer und statt der zwei Nähte an der Seite ist ein weiteres Stück Stoff eingesetzt. Dadurch sehen die Nähte vorne und hinten ein wenig aus wie ein Y. Solche Nähte sehen interessant aus, ein wenig sportlich und machen die Figur optisch schlanker.

Diese T-Shirts sind nur drei von vielen Möglichkeiten. Probiert ein wenig herum oder schau auch im Internet unterschiedliche Schnitte an. Du wirst dich wundern, wo an einem einfachen T-Shirt alles Nähte sein können.

 

Im Übrigen musst du die Nähte nicht „real“ als gestrichelte Linien nachzeichnen. Es reicht vollkommen, sie dünner als deine normalen Linien zu machen. Hosen – vor allen Dingen Jeans – haben viele Nähte und Details, die du nicht vergessen darfst.

Eine normale Jeans hat an beiden Seiten eine Naht an den Hosenbeinen (meistens sogar eine doppelte Naht!) und innen an den Hosenbeinen eine Naht, die im Schritt zusammentrifft. Eine Naht, die vom Bund hinten über den Schritt nach vorne wieder hoch zum Bund geht. Zusätzlich zu dieser einen Naht vorne gibt es noch eine zweite Naht etwas weiter links oder rechts neben der Mittelnaht, die je nach Hosentyp irgendwann vorne eine Kurve macht und an die Mittelnaht stößt. Hinter dieser Naht verbirgt sich der Reisverschluss der Hose. Der Bund ist eigentlich ein breiter Stoffstreifen, der oben um das Ende der Hose geklappt ist. Er wird oben und unten von je einer Naht an der Hose festgehalten. In der Regel haben Jeans auch noch Gürtelschlaufen. Meistens 5 an der Zahl. Eine breitere hinten in der Mitte, die über der Mittelnaht liegt, je eine auf der Seitennaht und zwei vorne zwischen Seitennaht und vorderer Mittellinie. An diesen beiden „freien“ Gürtelschlaufen beginnen die Hosentaschen.

Da bei einer Jeans die Nähte in der Regel auffällig gestaltet sind – sogar in einer ganz anderen Farbe als die Hose selbst – solltest du hier die Bundnaht unten an den Hosenbeinen nicht vergessen. Zusätzlich haben Jeans meistens hinten auf der Rückseite noch zwei Taschen und eine Ziernaht. Diese Ziernaht sieht aus wie ein sehr breites, abgerundetes V. Die Taschen sehen aus wie Quadrate mit Spitzen unten dran. Meistens haben sie die selbe Ziernaht wie die Hosenrückseite. Zusätzlich haben sie oft kleine runde Nieten an den oberen Ecken.

Der Teufel liegt im Detail und je mehr Details du beachtest, desto glaubhafter sieht die Kleidung aus, die du deinen Figuren zeichnest. Füge die Nähte am besten erst hinzu, wenn du die Falten in dein Kleidungsstück gezeichnet hast, da die Nähte ja nicht glatt liegen können, wenn der Stoff zusammengeschoben ist. Die Striche von den Nähten sollten also den Höhen und Tiefen der Falten folgen und geben deinen Mangakleidungsstücken noch mehr „Echtheit“. Keiner wird von dir erwarten, dass du auf Anhieb und vor allem ohne Hilfe hunderte verschiedener Kleidungsstücke im Kopf hast und bei jedem weißt wo die Basisnähte und die Ziernähte liegen. Das musst du auch nicht. Was du aber tun solltest, ist Recherche betreiben. Das klingt jetzt erst einmal fad, ist aber eigentlich eine sehr spaßige Angelegenheit.

Wenn du nun Figuren zeichnest, die alltägliche Kleidung tragen sollen, kannst du online für sie „shoppen gehen“. Du kaufst natürlich nicht wirklich ein, sondern legst dir am besten auf deinem Computer einen Ordner an, in den du die Kleidungsfotos abspeicherst, die du deinen Figuren aussuchst. Die meisten Onlineshops sind ein wahres Paradies für Comiczeichner, weil sie von den angebotenen Kleidungsstücken neben der Vorderansicht meistens sogar noch eine Rückansicht und ein Detailfoto anbieten. 

Selbst wenn du nur ein Einzelbild zeichnest und nicht gleich einen ganzen Manga, kannst du die Figuren auf dem Bild erst einmal „einkleiden“. (Für ein einzelnes Bild musst du nicht unbedingt einen Ordner anlegen.) Kleidung zu zeichnen ist sehr viel einfacher, wenn man eine Vorlage hat, die einem zeigt, wo die Nähte hin gehören. Oder Reisverschlüsse. Oder Schnallen. Oder was es sonst noch für Details gibt, an die du selbst nicht gedacht hättest. Selbst ohne Spielereien wie Zierschnallen und Konsorten gibt es eine Hülle und Fülle an Kleidungsstücken und -formen, an die ein einzelner Mensch gar nicht denken kann. Hier ein paar Beispiele:

 

 

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