Wilde Comedy-Bombe: PETER GRILL AND THE PHILOSOPHER's TIME

Erfahre mehr über den wohl verrücktesten Manga im Hayabusa-Programm. Zudem gewährt Dir Übersetzer Martin Gericke in unserem Interview Einblicke in seine Arbeit. 

Peter Grill and the Philosopher's Time 1
PETER GRILL AND THE PHILOSPHER'S TIME

Darum geht's in dem Manga

Um seine große Liebe zu beeindrucken, nimmt Peter Grill am wichtigsten Kampfturnier des Landes teil… und gewinnt! Doch der damit verbundene Ruhm rückt den frisch gekrönten "stärksten Kämpfer der Welt" in den Fokus der gesamten Damenwelt. Peter steht von nun an zwischen den Fronten: Auf der einen Seite wartet seine Verlobte Luvelia, die immer noch annimmt, Babys würden von Störchen gebracht, auf der anderen Seite machen sich unzählige Monstermädchen auf den Weg, alle mit derselben Hoffnung - durch Peter besonders starken Nachwuchs zu bekommen...

Das erwartet Dich:

PETER GRILL AND THE PHILOSOPHER'S TIME ist uneingenommen die Gag-Granate im Hayabusa-Programm, und die zünden wir auch noch mit einem zeitlich begrenzten Einführungspreis von 5,00 Euro bis zum 30. Juni 2021, um allen Unentschlossenen die Chance zu bieten, doch mal einen Blick in diese außergewöhnliche Serie zu riskieren. In diesem Sinne: "Lauf, Peter! Lauf!"

Bisher sind 6 Bände in Japan erschienen. Die Anime-Adaption findest Du zum Beispiel bei Anime on Demand oder als Blu-ray bei Animoon Publishing.

Peter Grill Interview

"Eine friedliche Welt ohne Bösewichte"

Interview mit Mangaka Daisuke Hiyama

Mangaka Daisuke Hiyama ist der Schöpfer von PETER GRILL AND THE PHILOSOPHER'S TIME. Im Interview gibt er einen Einblick in seine Arbeit und erklärt unter anderem auch, was Zuchthengste mit seiner Idee für die Story zu tun haben.

3 Bände sind bereits bei uns erschienen:

Diese Bände sind bereits erschienen:
Übersetzer von Peter Grill
Interview mit Übersetzer Martin Gericke

Wie zum heiligen Lauch übersetzt man sowas?!

"Peter Grill and the Philosopher’s Time" lebt nicht nur von seinen schrägen Figuren und Bildern, sondern vor allem von seinem sprachlichen Witz. Eine große Herausforderung für Übersetzer Martin Gericke, der schon viele Manga für den Carlsen Verlag ins Deutsche übertragen hat. Wir haben mit ihm über seine Arbeit an "Peter Grill and the Philosopher’s Time" gesprochen.

 

Hayabusa: Peter Grill und du – wie würdest du diese Beziehung bezeichnen? 

Martin: Ich würde sagen "kindisch", "keck", ein bisschen wie ein Lausbub, der gerne Schabernack treibt, aber durchaus auch ambivalent, da Peter Grill einfach alles mit sich machen lässt. Also manchmal wünscht man sich da schon ein wenig mehr Gegenwehr von unserem Helden. 

Ein Gedanke, den du beim ersten Lesen der Originalfassung hattest? 

Krasser Scheiß. Aber vor allem sehr, sehr lustig und doch auch anspruchsvoll, insbesondere im Hinblick auf die Übersetzung, was den verspielten Mix aus alter und neuer Sprache anbelangt. 

 

Was ist das Besondere an Peter Grill und was war die Herausforderung beim Übersetzen?

Für mich ist Peter Grill in erster Linie eine großartige Persiflage. So war eine der besonderen Herausforderungen beim Übersetzen, immerzu die Balance zu halten, die der Autor auf sprachlicher als auch erzählerischer Ebene von vorne bis hinten in seinem Werk durchdekliniert. Denn Peter Grill besticht meiner Meinung nach vor allem durch seine pittoreske Dramaturgie und die gekonnte Situationskomik, die einem Buster Keaton beispielsweise in nichts nachsteht. Vor allem auch der abenteuerliche Wechsel zwischen oftmals sehr gewollten, archaischen oder völlig verstaubten Floskeln und Redewendungen, zu dann wiederum ganz profanen, oder einfach nur unglaublich abgedrehten Beschreibungen, Modewörtern und abstrusen Wortschöpfungen aus der heutigen Zeit.  

Es gibt unglaublich viele kleine Anspielungen auf alles, was man schon tausendmal gesehen hat, es gibt Querverweise und kleine Spielereien des Autors, die sowohl aktuelle als auch klassische Werke aufs Korn nehmen, oder eine Hommage in der Hommage kreieren. Und das beschränkt sich eben nicht nur auf den Manga-Bereich, sondern streckt seine Fühler auch in Film- und Videospielgeschichte, japanische Populärkultur und sogar bis in die kulinarischen Gefilde aus. Ein buntes Potpourri und Kuriosum also, das keineswegs langweilig wird, sondern, sofern man sich auf dieses große Abenteuer einlässt, ein durchaus unterhaltsamer Manga ist, der sich vor allem auch selbst nicht zu ernst nimmt. Insofern war auch die Übersetzung ein großer Spaß und ein sehr spielerischer Prozess  

 

Allein die vielen Metaphern für das männliche Geschlechtsteil - wie zum heiligen Lauch übersetzt man sowas?? 

Gerade bei solchen Stoffen, die sehr vom Humor, der verspielten Sprache und der Situationskomik leben, ist das Übersetzen, zumindest für mich, immer auch ein bisschen wie Theaterspielen. Ich habe früher selbst viel Clowns- und Improtheater gespielt, und so kann man auch beim Übersetzen – zumindest bei den kreativeren und frecheren Stoffen – ein wenig verspielt und kindisch an die ganze Sache rangehen.  

Was natürlich nicht heißt, dass alles nur Jux und Tollerei ist, ganz im Gegenteil. Gerade bei Peter Grill gibt es viele altbackene oder völlig verstaubte Wendungen und Phrasen, die heute niemand mehr benutzen würde, dann aber wiederum völlig aktuelle Memes, englische Kraftausdrücke, Jugendsprache, und, und, und, sodass es schon auch eine Herausforderung ist, bei diesem bunten Mischmasch die Balance zu halten.  

 

Auf einem Video, das du uns für Instagram geschickt hast, sieht man viele handschriftliche Notizen – schreibst du wirklich so viel von Hand?  

Generell ist es so, dass ich noch ganz klassisch mit Stift und Papier übersetze, weil ich mich dadurch einfach besser in die einzelnen Figuren und den Stoff hineinversetzen kann und ich irgendwie auch diese Erdung brauche, einfach an einem Tisch zu sitzen oder gerne auch irgendwo draußen in der freien Natur, nur mit dem Buch und deinem Schreibzeug ausgestattet, und sich dann einfach kopfüber in diese immer wieder neuen und immer wieder spannenden Abenteuer hineinzustürzen. Gerade, wenn man draußen übersetzt, kann man auch das Handy oder ein Diktiergerät mitnehmen und selbst beim Spazierengehen durch den Wald die einzelnen Rollen oder Sprechweisen der Figuren schon mal probeweise „antesten“ und ausprobieren.  

Das ist eben auch der große Reiz, dass jeder neue Stoff wieder völlig neue Möglichkeiten bietet, sich anders und kreativ auszutoben. Das ist mir persönlich zumindest lieber, als stundenlang stur am Rechner zu sitzen. Wobei das natürlich zwangsläufig in der Nachbearbeitung dazugehört, also am Ende muss das Manuskript trotzdem noch abgetippt und in die richtige Form gebracht werden, aber dieses bisschen Mehraufwand ist mir die Sache durchaus wert. 

 

Hast du eine Lieblingsfigur? 

Ganz klar – die Vögel. Es geht doch nichts über ein bisschen Vogelgezwitscher am Morgen. (*Zwinker, Zwinker*) Da braucht es auch nicht mehr vieler Worte – selbst beim Klappentext spart sich der Mangaka große Umschreibungen oder Inhaltsangaben und schreibt einfach nur "Die Vögel zwitscherten wieder am Morgen!". Abgesehen davon, habe ich Mimi, glaube ich, gefressen. Die ist einfach ’ne kleine Brechstange, die ständig irgendeinen dummen Spruch aus der Hüfte ballert und sich immer und überall beäumelt und dummdreist die ohnehin völlig abgedrehten und absurden Situationen noch dreimal mehr ins Skurrile schraubt mit ihrem Irrsinn. 

 

Worauf können sich unsere Leser*innen in den nächsten Bänden freuen? 

Eine Horde Goblins, jede Menge Schabernack, ein paar kulinarische Kostbarkeiten, hier und da ein wenig japanische Populärkultur, eine gewiefte Bastlerin, die mit ihrer bahnbrechenden "Kreatur" versucht, den 20th Century Boys den Rang abzulaufen, Sexspielzeuge und merkwürdige Tanzeinlagen, und natürlich jede Menge ornithologische Feldstudien – den Rest trällern die Spatzen von den Dächern. Und Peter Grill reitet von dannen.  

 

Vielen Dank für diesen Einblick, Martin!