Graphic Novels

Werke von Will Eisner, Rutu Modan, Catherine Meurrisse, Reinhard Kleist, Jason Lutes und vielen namenhaften Autor*innen und Zeichner*innen. Entdecke ausgezeichnete Graphic Novels von Carlsen.

Graphic Novel – außergewöhnliche Comicromane

Die steigende Relevanz der Graphic Novel in Deutschland lässt sich kaum leugnen – dabei handelt es sich im Wesentlichen um Comics im Buchformat, die sich oft an ein erwachsenes Publikum richten. Dementsprechend vielfältig ist die Bandbreite der behandelten Themen. Gerade komplexe Geschichten lassen sich durch Graphic Novels in Wort und Bild eindringlich erzählen und zeigen dabei auch visuell einen hohen künstlerischen Wert.

Seit über 30 Jahren ist Carlsen Comics eine treibende Kraft hinter dem Erfolg der Graphic Novel in Deutschland und veröffentlicht regelmäßig bedeutende Werke internationaler und lokaler Comicschaffender, mit dem Anliegen die Neunte Kunst weiter zu etablieren.

Was ist eine Graphic Novel?

Eine eindeutige Definition für den Begriff der Graphic Novel gibt es nicht. Oft wird er für in sich abgeschlossene Comics mit gewissem literarischem Anspruch verwendet, die sich eher an eine erwachsene Zielgruppe richten. Allerdings steht der Begriff auch genau wegen dieser subjektiven Abgrenzung zu anderen Comics in der Kritik.

Geprägt wurde die Graphic Novel zum Beispiel von Will Eisner, dessen Buch „Ein Vertrag mit Gott“ Ende der 1970er Jahre in Kontrast zu den damals in den USA wöchentlich erscheinenden Comicheften stand. Nach dem stilbildenden Zeichner ist auch der Eisner Award benannt, eine der wichtigsten Auszeichnungen der US-Comicbranche.

Aber auch frühere Werke als die Eisners werden von der Fachwelt als Graphic Novels kategorisiert. Darunter vor allem wortlose Bildergeschichten, die in den 1920er und 1930er Jahren in Deutschland Popularität gewannen. Da sie oft auf Holz gefertigt wurden, sind sie auch unter dem Begriff Woodcut Novels bekannt.

Das Interesse an aktuellen Graphic Novels in Deutschland wächst stetig. Vor allem Biografien oder Sachcomics werden äußerst gern gelesen. Ebenfalls sehr beliebt sind Neuinterpretationen von Literaturklassikern. Dabei steht vor allem die künstlerische Gestaltung dieser Themen für viele Leserinnen und Leser im Vordergrund.

Der Unterschied zwischen Graphic Novel und Comic

Wie beschrieben existiert keine feste Unterscheidung zwischen Comic und Graphic Novel. Es handelt sich eher um eine subjektive Beschreibung, die grafische Romane von anderen Comics abgrenzen soll. Dieser Unterschied wird meist an folgenden Kriterien abgeleitet:

  • Länge und Komplexität: Als Graphic Novel wird ein Comic meist bezeichnet, wenn er eine gewissen Länge und erzählerische Tiefe vorweist. Diese soll sich etwa von wöchentlich erscheinenden Heften oder kurzweiligen Alben abheben.
  • Thematische Tiefe: Die Graphic Novel beschäftigt sich nach allgemeinem Verständnis eindringlich mit einem Thema und dessen Hintergründen und nimmt einen gewissen literarischen Anspruch für sich ein.
  • Zielgruppe: Während der Comic vor allem in früheren Jahren fälschlich als „anspruchsloser“ Lesestoff für Kinder und Jugendliche wahrgenommen wurde, soll sich die Graphic Novel an Erwachsene richten.
  • Erzählstruktur: In der Regel wird die Graphic Novel als in sich abgeschlossenes literarisches Werk betrachtet. Wie bei herkömmlichen Romanen gibt es hier aber ebenfalls Reihen und Serien. Außerdem wird der dreiteilige Aufbau, im Sinne von Einleitung (Aufbau), Hauptteil (Konfrontation) und Schluss (Auflösung), als Indikator für die Ernsthaftigkeit der Graphic Novel gesehen, wobei auch andere Comics dieser Struktur entsprechen können.

Unsere Graphic Novel Empfehlungen auf Deutsch

Wir sind stolz auf unseren starken Katalog an erfolgreichen Graphic Novels: Ob Eigenproduktionen unserer Zeichnerinnen und Zeichner wie Reinhard Kleist, Maren Amini oder Tobi Dahmen, bis hin zu großen Lizenzen wie Will Eisner, Barbara Stok oder Jason Lutes. Viele der besten und wichtigsten Graphic Novels der Welt erscheinen bei Carlsen Comics, sie stellen seit jeher und auch weiterhin einen wichtigen Pfeiler unseres Programms dar.

Auf dieser Seite sind alle aktuellen Ausgaben zu finden.

Die Knef

Sängerin, Schauspielerin, Schriftstellerin – Hildegard Knef war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Moritz Stetter zeichnet das facettenreiche Porträt einer außergewöhnlichen Künstlerin, die mit „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ unsterblich wurde.

Vincent

Barbara Stok erzählt in eindrucksvollen Bildern die Geschichte von Vincent van Goghs kreativster und zugleich dramatischster Lebensphase in Arles – seine Träume, seine Kämpfe, seine Kunst.

Jens Harder: Die Große Erzählung

Über 20 Jahre arbeitete Jens Harder an seinem Opus Magnum: Die Große Erzählung bildet die Geschichte unseres Planeten, der Zivilisation und ihrer Zukunft ab. Er bringt dabei Kulturgeschichte mit evolutionären Entwicklungen und Wissenschaft in Kontext und vereinigt alles in einer einzigartigen visuellen Komposition.

Interview und Fotos aus der Recherche

Columbusstraße

Nach dem Tod seines Vaters findet Tobi Dahmen alte Familienbriefe, die ihn auf eine fesselnde Reise in die deutsche Kriegszeit schicken. In seiner Graphic Novel rekonstruiert er diese bewegenden Zeitzeugnisse und stellt dabei wichtige Fragen zu politischer und persönlicher Verantwortung

Hintergründe und Interview

Ahmadjan und der Wiedehopf

Maren Aminis Debüt "Ahmadjan und der Wiedehopf" wurde 2023 mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Darin zeichnet sie die Lebensgeschichte ihres Vaters nach, der 1972 aus Afghanistan nach Deutschland kam, um Künstler zu werden.

Ein Klassiker

20.000 Meilen unter dem Meer

Mehrere Eisenschiffe im Atlantik und Pazifik werden Opfer eines mysteriösen Angriffs! Doch welches Wesen ist in der Lage, Schiffe aufzuschlitzen? Der bekannte Tiefsee-Professor Arronax will der Sache auf den Grund gehen und begibt sich auf eine Expedition...

Der Mythos neu erzählt

Medusa und Perseus

War Medusa ein Monster? War Perseus ein Held? Nicht in diesem Comic von André Breinbauer. Der Wende-Comic erzählt den bekannten Mythos aus der Perspektive beider Figuren radikal anders...

Buch über Fake News
Fake News auf den Grund gegangen

Glauben Sie an die Wahrheit?

Warum sind wir so anfällig für Fake News und wie können wir uns dagegen schützen? Mit Humor führen uns die Autorinnen durch die aberwitzigen Verschwörungsmythen der Welt und stellen unsere Selbstreflexion auf die Probe: Glauben sie noch an die Wahrheit? Und wenn ja, an welche?

Häufig gestellte Fragen zu Graphic Novels

Der Begriff Graphic Novel ist auch im Deutschen sehr gebräuchlich, da es keine etablierte Übersetzung gibt. Bezeichnungen wie "Grafik-Novelle" oder "grafische Novelle" finden im Sprachgebrauch nur wenig statt, ebenso Umschreibungen wie "Comicroman" oder "Bildroman".

Grundsätzlich entsprechen sie den typischen Merkmalen eines Comics:

  • Sequenzielle Bildfolgen
  • Die Geschichte wird in Panels (Bildern) erzählt
  • Dialoge werden Figuren oft per Sprechblasen zugeordnet
  • Soundwords (auch Onomatopoesie, bzw. Lautmalerei) stellen Geräusche grafisch dar
  • Eine Erzählerstimme wird als Bildunterschrift oder in Textboxen dargestellt

Allerdings muss eine Graphic Novel nicht alle dieser Merkmale erfüllen. 

Umfassendes Wissen über Comics, deren Wahrnehmung und Gestaltung findet sich im Buch "Comics richtig lesen" von Scott McCloud – einem weltweit anerkannten "Comic über Comics".

Unsere Autor*innen und Zeichner*innen

Foto von Flix
Autor*in, Illustrator*in