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Einfach Gut Zeichnen - Chibis Zeichnen Teil 2

 

Willkommen zu Einfach Gut Zeichnen (kurz “EGZ”)! Mit diesem und den kommenden Tutorials möchte ich anderen Zeichnern einen Einblick in meine Arbeitsweise geben und dabei hoffentlich ein paar coole Tipps und neue Sichtweisen vermitteln! Wenn ihr Vorschläge für Tutorial-Themen habt, schreibt mir einfach eine Mail an: ink-pop@the-wired.de. Fangen wir also an!

 

 

Willkommen zum zweiten Teil meines Chibi-Tutorials! Chibi – das japanische Wort für „klein“ – beschreibt Figuren, die einen sehr verniedlichten Stil nutzen, vergleichbar mit Maskottchen. Im heutigen zweiten Teil geht es um die Kolorierung und Tricks beim Designen. Wer sich nochmal die Grundlagen anschauen möchte, schaut am besten bei Teil 1 vorbei.

 

Liebe zum Detail

Ein Chibi punktet zwar zuallererst mit seinen Teddybär-Proportionen, aber auch die Kleidung spielt eine große Rolle. Hier solltet ihr immer darauf achten, ein wenig zu übertreiben. Nichts ist langweiliger, als ein Chibi mit Shirt und Leggins. Selbst Hausklamotten kann man interessant gestalten! Der Trick ist die Steigerung der Ideen:

 

  • Chibi A Hier habe ich mich quasi selbst gezeichnet, wie ich grad vor dem PC sitze und tippe - in Hausklamotten, also Kapuzenpulli und bequemer Hose.
  • Chibi A+ Bei genauerer Betrachtung fallen mir die Bänder am Pulli auf, also zeichne ich sie auch ein. Die langweilige gerade Linie am Bein unterbreche ich mit hochgezogenen Wollsocken. Schon besser!
  • Chibi A++ Noch mehr Details! Eine Brille und Haarklammer geben dem Gesicht noch mehr Individualität. Außerdem ist mir die Silhouette etwas zu langweilig. Ich übertreibe also die Länge der Ärmel noch mehr. Auch der Hosenbund bekommt einen Gummibandeinzug. Fertig ist die Mangazeichnerin und sie sieht sogar recht spannend aus, obwohl sie nur Hausklamotten trägt!

 

 

 

 

Ruhig mal Übertreiben

Ein Chibi ist nur wenig realistisch – und das gilt auch für seine Klamotten. Während man bei normalen Mangafiguren darauf achtet, alles ins korrekte Verhältnis zu setzen, darf man bezüglich der Größe der Accessoires beim Chibi ordentlich übertreiben. Hier geht es vor allem auch um die Sichtbarkeit der Merkmale. Zeichnet ihr zu fitzelig, gehen die liebevoll ausgearbeiteten Details schnell unter. Schauen wir uns mal folgendes Beispiel an:

Unser Punk-Prinz in der Mitte hat zwar interessante Merkmale (Piercings, Manschetten, einen Dolch) aber da ich sie „realistisch“ groß gezeichnet habe, gehen sie im Gesamtbild unter. Das schadet nicht nur der Wiedererkennbarkeit, sondern auch der Silhouette. Übertreiben wir also mal etwas, siehe Bild 3!
 

  1. Piercings am Ohr - Sie sind jetzt zwar unrealistisch, weil eins so lang ist wie das halbe Ohr aber was soll’s: Man sieht sie endlich!
  2. Der Mantel - Ist jetzt länger und damit super unpraktisch aber er sorgt für eine aufsehenerregende Silhouette.
  3. Die Krone - Würde bei der Größe sofort vom Kopf rutschen aber jetzt erkennt man wenigstens, dass der junge Mann ein Prinz ist.
  4. Manschetten, Dolch, Schuhe und Kragen - Es gibt immer Möglichkeiten zur Übertreibung. Sucht zielgerichtet nach Punkten, die ihr durch Vergrößern mehr in den Fokus rücken könnt.

 

Schöne bunte Welt

Chibi bedeutet Ausdruck! Aufsehen! Knalleffekt! Und das sollte sich auch in euren Farben widerspiegeln. Wie schon in diesem Tutorial besprochen, solltet ihr dennoch eine gewisse Farbharmonie anstreben. Unten ein paar Beispiele:

Figur A „knallt“ optisch zwar ordentlich, aber die Übersättigung aller Farben schreckt eher ab. Die Kolorierung wirkt etwas zufällig, da die Farben wenig miteinander gemein haben.
Figur B strahlt mehr Harmonie aus, aber durch die vielen Brauntöne wirkt sie eher dröge und bedrückend.
Figur C hat ein spannendes Farbschema, ohne auf allzu gesättigte Töne zurückgreifen zu müssen. Das liegt hier vor allem am Komplementärkontrast Blau-Pink.

 

Kolorieren, aber wie?

In Grafikprogrammen gibt es so viele unterschiedliche Pinsel, dass deren Einzelanalyse dieses Tutorial schnell sprengen würde. Deshalb hier nun ein paar Beispiele, wie ihr euren Chibi kolorieren könntet:

 

Figur A Das einfache Füllen aller Bestandteile. Der Chibi wirkt dadurch eher „flach“.
Figur B Das Einzeichnen von einfachen Schatten mit einer etwas dunkleren Farbe. Eine sehr typische Art, einen Chibi zu kolorieren.
Figur C Weiche und harte Schatten und ein eher malerischer Auftrag lassen diesen Chibi etwas „schicker“ aussehen. Der Aufwand ist bei dieser Variante am größten.

 

Stimmungsvolle Farben

Wie oben schon angedeutet, könnt ihr mit eurer Farbwahl ganz entscheidend zur Stimmung eines Bildes beitragen. Je harmonischer die Farben, desto freundlicher und weicher wirkt euer Chibi. Was aber tun, wenn ihr diese Harmonie bewusst stören wollt?

 

In diese Figur habe ich einige „unbequeme“ Merkmale eingebaut. Viel Augenweiß, ein Schönheitsfleck, Hörner und eine insgesamt „hexenartige“ Anmutung: Dieser Chibi ist mit Vorsicht zu genießen (aber trotzdem total süß!). Das wollte ich auch in den Farben widerspiegeln und habe mich für die ungewöhnliche Kombination Hellgrün-Rosa entschieden. Unsere kleine Hexe wirkt bereits ein Rosabisschen gefährlich, ohne auch nur eine Person in einen Frosch verwandelt zu haben.

Ihr könnt die Stimmung des Bildes sogar noch „bedrohlicher“ machen, indem ihr die Schatten sehr dunkel einzeichnet oder ihnen im Verhältnis mehr Raum gebt. Der Einsatz einer zweiten, dunkleren Schattenfarbe kann diesen Effekt noch verstärken:

Von allen hier gezeichneten Chibis ist die Hexe übrigens mein Liebling! Vielleicht liegt es an dem oben beschriebenen Kontrast?

Abschließend noch ein Beispiel für „meinen“ Chibi-Stil, den ich bei meinen Schneeballen-Büchern benutze. Auch hier bemühe ich mich um ein harmonisches Farbschema. Eine Ausnahme ist Schneeballen selbst, die als Hauptfigur viele Signalfarben in sich vereint (Gelb, Pink, Rot):

 


Damit wären wir am Ende meines zweiteiligen Chibi-Tutorials angekommen. Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Zeichnen! Bis zum nächsten Mal!

 

 

Inga Steinmetz lebt und arbeitet in Berlin; geboren wurde sie in der ehemaligen DDR. Zurzeit wohnt sie in der Nähe der East Side Gallery. Im Alter von 15 Jahren begann sie, zielgerichtet Geschichten zu schreiben und Comics zu zeichnen.

 

Mehr zu Inga und ihren Werken.

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