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Digital Zeichnen Teil 3 - Farbwahl und digitale Koloration

 

Willkommen zu Einfach Gut Zeichnen (kurz “EGZ”)! Mit diesem und den kommenden Tutorials möchte ich anderen Zeichnern einen Einblick in meine Arbeitsweise geben und dabei hoffentlich ein paar coole Tipps und neue Sichtweisen vermitteln! Wenn ihr Vorschläge für Tutorial-Themen habt, schreibt mir einfach eine Mail an: ink-pop@the-wired.de. Fangen wir also an!

 

 

Im dritten Teil meines Tutorials kommen wir zum Thema Farbwahl und digitale Koloration.

Das Zeichnen am Rechner bietet unendliche Möglichkeiten in der Wahl eurer Farben. Das klingt erstmal toll. Anstatt einzelne Farben zu kaufen, hat man gleich (fast) alle zur Verfügung! Millionen von Farben können aber auch ganz schön einschüchternd sein. Welche wählt man denn nun für sein Bild?


Wie in Teil 1 bereits erwähnt, ist meine Cover-Illustration eine Auftragsarbeit und das heißt: Der Kunde bekommt von mir mehrere Auswahlmöglichkeiten:

 

 

Variante 1 Wenn man Manga hört, denkt man an knallige Farben, oder? Hier habe ich es ziemlich auf die Spitze getrieben mit der Farbsättigung …


Variante 2 Ist eher das Gegenteil von Variante 1. Die Farben sind matter und die Stimmung dadurch gleich „sanfter“.


Variante 3 ist eine Mischung aus kräftigen und pastelligen Farben. Mein persönlicher Favorit!


Dann beginnt das große Warten: Für welche Variante entscheidet sich der Kunde? Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man sein Mailprogramm öffnet …

 

 

 

Es ist Variante 3 geworden (hier schon mit angedachtem Hintergrund)! Analysieren wir kurz, warum sie auch mein Favorit war:


1) Ich bin ein großer Fan von Komplementärfarben: Blau-Orange, Gelb-Violett, Pink-Blau.
2) Durch die gesättigten Augen auf den hellen Gesichtern kommen diese sehr schön zur Geltung (besonders beim Mädchen).
3) Der relativ hohe Rot-Anteil des Bildes hat eine gute Fernwirkung (Signalfarbe!)


Bedenkt auch immer die angestrebte Stimmung eures Bildes. Die Farbe Blau kann Frische oder Luftigkeit vermitteln. Rot dagegen steht für Kraft oder Leidenschaft. Farbpsychologie spielt immer eine wichtige Rolle bei der Auswahl.

 

Ich nehme nun mit der digitalen Pipette meine endgültigen Farben auf und mache mir kleine Farbproben auf das Bild, sogenannte „Swatches“. Würde ich in Öl malen, wären es kleine Farbhäufchen auf meiner Mischpalette, haha.


Indem ich mich farblich so „festlege“, gehe ich sicher, nie meine Grundfarben aus den Augen zu verlieren (denkt an die Millionen-Auswahl!). Ich finde so eine Farbpalette sehr hilfreich und lege sie allen, die Probleme beim Kolorieren haben, ans Herz.


Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass sich die senkrecht angelegten Swatches farblich nie allzu weit voneinander entfernen. Das hilft, das Bild harmonisch zu halten. Weiterhin lege ich Licht- und Schattenvarianten der einzelnen Farben fest, denn nun beginnen wir mit der Ausarbeitung:

 

 

 

Nein, Inga ist nicht verrückt geworden. Ich erkläre euch gleich, was es mit dem „Schnee“ und den Linien auf sich hat.

Denn bevor ihr anfangt, Schatten zu setzen, denkt immer an Folgendes:

A) Ihr koloriert Menschen, also dreidimensionale Körper. Stellt euch vor, wir hätten pinke Spaghetti auf unseren zwei Liebenden verteilt und beachtet, wie sie sich je nach Form um die Körper legen. Ein Kopf ist nichts anderes, als eine Kugel, ein Bein ein Zylinder etc. … Achtet bei der Schattensetzung darauf.


B) Es sollte immer eine Hauptlichtquelle/“Sonne“ geben. Was ich hier als weißen Matsch eingezeichnet habe, soll euch verdeutlichen, wo das Licht unsere Quelle als erstes auftrifft. Wie ihr gleich sehen werdet, halte ich mich auch nicht immer sklavisch an diese Vorgaben. Aber wenn ihr mal unsicher seid, wohin mit euren Lichtreflexen und beleuchteten Bereichen, kann das ein guter Ansatz sein.


Zum Kolorieren selbst benutze ich gerne das Wasserfarben-Werkzeug der Grafikprogramme. Es kommt meiner eigene Arbeitsweise beim traditionellen Aquarellieren sehr nah.

 

 

 

Mit dem Aquarell bzw.“ Watercolor“- Werkzeug gelingen zugleich harte aber auch weiche Übergänge; je nachdem, wie stark ihr mit dem Stift aufdrückt.

 

So arbeitet ihr euch Stück für Stück vor. Ich persönlich beginne immer mit der Haut. Dabei weisen Stellen im Sonnenlicht eine höhere Sättigung auf (Wange des Mädchens), während Bereiche im Schatten eher gräulich koloriert werden (Hals des Mädchens.)

 

 

 

Manche Zeichner nutzen nur eine einzige Ebene für die gesamte Koloration; ich dagegen habe für alles Extraebenen (manchmal mehr als 80 …). Um den Überblick zu behalten, solltet ihr eure Ebenen benennen. Wichtig ist, im Angesicht der vielen Arbeit nicht die Nerven zu verlieren, wenn mal etwas nicht gelingt. Legt Pausen ein, fragt andere um Rat, wenn ihr nicht weiterkommt. Besonders als Hobbyzeichner sollte euch ein Bild nicht quälen. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten! Nach etwa zwei Tagen Arbeit sieht mein Bild dann so aus:

 

Schauen wir uns noch ein paar Details der Koloration an:


1) Wenn ihr genau hinschaut, bemerkt ihr am Hals des Jungen, dass ich etwas seiner Hautfarbe in den Overall-Kragen habe einfließen lassen. Bereiche, die im Licht liegen, streuen ihre Farbe etwas auf umliegende Objekte. An der Ferse des Mädchens seht ihr z.B. das Pink ihres Rocks reflektiert.


2) Am Arm des Mädchens habe ich sowohl weiche als auch harte Schatten benutzt. Auch an ihren Beinen habe ich versucht, abwechslungsreich in der Schattengebung zu sein. Schatten können die Bildqualität unglaublich pushen; sogar die Augen des Betrachters lenken. Ich selbst möchte in diesem Bereich noch verstärkt an mir arbeiten!


3) Besonders am Rock sieht man: Nicht jede Falte benötigt die Führung einer Linie. Weicher Stoff kommt mit gemalten Falten oft besser zur Geltung.


Kolorieren ist ein weites und faszinierendes Feld; besonders, wenn man beginnt, sich mit Licht-und Schattensetzung zu befassen. Ich hoffe, dieser kleine Einblick hat euch gefallen! Im letzten Part meines EGZ-Tutorials reden wir über die Gestaltung des Wolken-Hintergrundes. Außerdem verrate ich noch ein paar coole Tricks. Bis dann!

 

Inga Steinmetz lebt und arbeitet in Berlin; geboren wurde sie in der ehemaligen DDR. Zurzeit wohnt sie in der Nähe der East Side Gallery. Im Alter von 15 Jahren begann sie, zielgerichtet Geschichten zu schreiben und Comics zu zeichnen.

 

Mehr zu Inga und ihren Werken.

 

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