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Colorieren mit Buntstiften - Teil 1: Material

 

Willkommen zu Mauses kleinem Buntstift-Tutorial! Wie schon beim Inking-Tutorial beginnen wir im ersten Teil mit Materialkunde. Denn eine gute Arbeit hängt zu 50% von der Auswahl der richtigen Werkzeuge ab - und auch ein bisschen von der Qualität jener Werkzeuge. Was uns auch schon zu Punkt eins bringt:
 

Billige Buntstifte vs. teure Buntstifte

Spielt der Preis bei der Auswahl der Stifte wirklich eine Rolle, oder zahlt man nur für den Namen einer wohlklingenden Marke? 
Die Antwort: Ja, der Preis spielt bei Buntstiften - leider - eine gewisse Rolle. Ich habe fast zehn Jahre lang mit den billigsten Kinderbuntstiften coloriert und war am Ende in der Lage, damit einigermaßen gute Ergebnisse zu erzielen. Das Cover von Band 1 der ersten Auflage von Personal Paradise habe ich in Ermangelung finanzieller Mittel noch mit „Jolly“ Buntstiften coloriert. Das hat durchaus funktioniert, aber günstige Stifte bringen einige Probleme mit sich.
 

1.) Geringe Pigmentdichte

Günstige Stifte enthalten meistens wenig Farbpigmente - das heißt, viel Füllmaterial und wenig Farbe. Das Endergebnis wirkt meist blass.

2.) Ungleichmäßige Dichte

Sehr günstige Stifte sind nicht besonders homogen verarbeitet. Es kann sein, dass ihr friedlich vor euch hin coloriert und plötzlich stoßt ihr auf eine harte Stelle, die das Papier zerkratzt.

3.) Brechen leicht

Günstige Stifte brechen nicht nur sehr schnell, wenn sie mal runterfallen - sie kommen manchmal bereits gebrochen an. So wird das Anspitzen zum Frustakt, wenn der Stift am Ende nur noch halb so lang ist.

 

Bei „Markenstiften“ wie den berühmt berüchtigten Polychromos von Faber Castell, stoßt ihr auf solche Probleme nicht. Die Farben strahlen, das Material ist gleichmäßig verarbeitet und ihr habt lange Freude an den Stiften, weil die Mine nur selten bricht. :-)
Es gibt natürlich auch günstigere Marken, die eine tolle Qualität aufweisen! Ich rate lediglich davon ab, den ersten Buntstiftkasten für Kinder vom Supermarktregal zu greifen. Das kann zu bösen Überraschungen und sehr viel Frust führen.
 

Buntstift ist nicht gleich Buntstift!

Neben dem Preis spielen noch andere Kriterien bei der Auswahl der richtigen Stifte eine Rolle. So gibt es Stifte mit einem höheren Fett und Wachsanteil, welche sich beim Zeichnen fast schon cremig anfühlen (z.B. „Luminance“ von „Caran ’d Ache“) und etwas härtere Marken wie die bereits oben erwähnten Polychromos von Faber Castell. Des weiteren gibt es noch wasservermalbare Buntstifte. Besondere Schmuckstücke sind z.B. die „Inktense“ Stifte von Derwent, welche im Grunde farbige Tusche enthalten, die man nach dem Auftragen mit Wasser zum Leuchten bringen kann. Und ich meine damit wirklich zum Leuchten! Es braucht nur einen Hauch Farbe auf dem Papier, um eine regelrechte Farbexplosion zu erzeugen. Probiert’s mal aus! :D 

Wofür benutzt man nun eher weiche Buntstifte und wofür die harten?
Aus meiner Erfahrung heraus, empfehle ich weiche Buntstifte besonders für Arbeiten auf Tonpapier. Die Farbe liegt wachsartig auf der Papieroberfläche und strahlt wundervoll. Mit weißem Buntstift lassen sich intensive Highlights setzen. Härtere Stifte empfehle ich, wenn ihr ein weniger dichtes, malerisches Ergebnis haben wollt und mehr Wert auf superfeine Details legt. Durch die Härte bleiben die Stifte beim Zeichnen länger spitz und ihr könnt präziser arbeiten - auch z.B. um den Kontrast von Copic-Bildern zu erhöhen und Details stärker zur Geltung zu bringen. Ihr könnt natürlich weiche und harte Stifte zusammen auf einem Bild verwenden. Dies erfordert aber ein gutes Gefühl für beide Stiftarten.

 

Die Auswahl des richtigen Papiers 

Jede Zeichentechnik verlangt nach dem richtigen Papier. Ihr könnt natürlich einfaches Druckerpapier für eure ersten Versuche mit Buntstiften verwenden, aber wenn ihr soweit seid, richtig „ernst“ zu machen, ist es von Vorteil zu wissen, welche Papiere besonders gut für die Arbeit mit Buntstiften geeignet sind und welche eher nicht.

Also: Wovon ist eher abzuraten? Kurz gesagt: Jedes Papier, das eine zu glatte Oberfläche besitzt, ist für Buntstifte eher recht ungeeignet. Die Pigmente finden keinen Halt, ihr malt und malt und alles, was ihr erzeugt, sind unendlich viele Krümel. Ganz wenig Farbe bleibt am Papier haften. Das ist anstrengend und frustrierend. Auch nicht so gut geeignet sind zu grobe Papiere, es sei denn, ihr wollt mit den Strukturen spielen, die beim Zeichnen entstehen. Die Pigmente bleiben dann zwar haften, ihr könnt aber keine Details herausarbeiten. Das Ergebnis bleibt grob. 

Genau richtig sind Papiere mit einer weichen, leicht sandartigen, kaum versiegelten Oberfläche, wie z.B. das bereits oben erwähnte Tonpapier. Gute Ergebnisse konnte ich z.B. auf dem „Canson“ „Illustration“ Papier erzielen, aber auch auf dem „Mixed Media“ Papier von der selben Marke. Der Gipfel des Luxus im Buntstiftbereich ist das sog. „Stonehenge Paper“, welches eine perfekt weiche, sandartige und doch feine Textur besitzt, die zum besten Ergebnis führt. Der Nachteil: Es ist sehr teuer. :(

 

Was brauchen wir noch?

Neben dem offensichtlichen, wie einem guten, scharfen Anspitzer, gibt es noch einige Materialien , die mehr oder weniger bekannt sind und die Arbeit mit Buntstiften vielleicht ein wenig spannender und befriedigender machen. Ein Must-have (!) ist ein schlichtes Stück Papier, das ihr unter eure Zeichnerhand legt, damit ihr nicht mit eurem Handschweiß die Flächen verwischt, die ihr bereits mühsam coloriert habt. Tatsächlich ist das der Fehler Nummer 1, den ich immer wieder bei Buntstiftanfängern beobachte. Legt ein Blatt Papier unter eure Zeichenhand, sonst wird das Ergebnis grau und verschwommen!

Fehler Nummer 2, der immer wieder passiert, ist das Verwischen von Farbflächen mit dem Finger (urgh!!!! XD). Bitte, bitte benutzt nicht den Finger allein , um sanfte Übergänge zu erzeugen. Verwischen ist durchaus erlaubt und eine legitime Technik um super-weiche Flächen zu erzeugen, aber ein Finger ist die schlechtmöglichste Alternative um diesen Effekt zu erzeugen. Warum? Eure Finger sind feucht und fettig. Klingt jetzt erst mal eklig, ist aber so. Was eure Haut schön zart und weich hält, richtet Schreckliches mit eurer Zeichnung an: Die verwischten Stellen werden ungleichmäßig und wirken schmutzig. 

Tipp: Wischen mit dem Finger ist möglich - aber nur, wenn ihr vorher ein Taschentuch um selbigen Finger gewickelt habt, um die Pigmente vor Schweiß und Fett zu schützen. Noch eleganter ist das Verwenden von sog. „Papierwischern“. Ja, es gibt tatsächlich in Stiftform gepresste Wischer, die nur dazu dienen, Buntstiftflächen professionell zu verwischen. :) Der Vorteil ist: Es gibt sie in verschiedenen Größen! So kann man auch ganz präzise kleine Flächen verwischen, für die ein Finger zu grobschlächtig wäre. 

Radiergummis sind ein weiteres, wichtiges Thema. Benutzt auf keinen Fall zu grobe, sandartige Radiergummis auf euren Buntstiftarbeiten (z.B. die blaue Seite von handelsüblichen Schul-Radiergummis). Warum nicht? 

Mit einem zu groben Radiergummi beschädigt ihr die Papieroberfläche. Das Resultat sind unschöne Flecken und Fussel, wenn ihr versucht, auf dem beschädigten Papier weiter zu arbeiten. Benutzt weiche Radiergummis. Am besten Knetgummis, um auf Nummer sicher zu gehen!

Jetzt kommen wir noch zu „fancy stuff“, von dem die meisten noch nie gehört haben:

 

Splender und Burnisher
Was, um alles in der Welt, ist das?
Es handelt sich dabei um farblose, pigmentlose Stifte, mit denen ihr die Möglichkeiten der Buntstifte praktisch bis ins Unendliche erweitern könnt (kein Scherz! Mit etwas Übung sind sogar fotorealistische Ergebnisse möglich). Der Burnisher kommt immer dann zum Einsatz, wenn ihr Farbflächen mischen und gleichmäßig verblenden wollt - es handelt sich sozusagen um die Deluxe-Version des oben erwähnten Papierwischers. Meistens wird die Farbe während des Übermalens mit dem Burnisher auch etwas stumpfer und pastelliger. Ein Effekt, den man bewusst einsetzen kann. Insbesondere in Kombination mit dem Splender. 

Der Splender ist sowas wie ein „Polierstift“. Farben, die mit dem Splender bearbeitet werden, gewinnen an Leuchtkraft und Intensität und glänzen, wie mit Lack überzogen. Nach meiner Erfahrung funktionieren die Stifte besser mit härteren Stiften, wie den Polychromos. Weichere Stifte lassen sich von vornherein besser miteinander vermalen. Splender und Burnisher zerstören dann eher die mühsam aufgetragenen, wachsartigen Schichten. 

Aber in Verbindung mit härteren Stiften sind Burnisher und Splender ein wunderbares Mittel, um einem Bild mehr Tiefe und Dynamik zu verleihen. Man kann auch über die bereits bearbeiteten Stellen nochmal drüber malen und so mehrere Schichten erzeugen, die untereinander zu einem sehr spannenden Farbergebnis führen! Mehr dazu aber im nächsten Teil, wenn ich euch zeige, wie man Schritt für Schritt ein Bild mit Buntstiften coloriert. 

 

Und wenn ihr mit eurer Arbeit fertig seid?
Dann ist es von Vorteil eine Dose Fixierspray zur Hand zu haben, um eure Zeichnung für die Ewigkeit vorzubereiten. Nach dem Fixieren ist sie wischfest, lichtecht und strahlt wunderschön.

Alternativ könnt ihr auch Haarspray verwenden. Aber Achtung: Haarspray kann mit der Zeit einen gelblichen Ton annehmen! 

Viel Spaß bei der Auswahl des richtigen Materials!
Ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten Teil dieses kleinen Tutorials, wenns dann heißt: An die Stifte, fertig, los!
 

 

 

Melanie Schober, geboren am 23.3.1985 im idyllischen Saalfelden (Österreich) zeichnet seit frühester Kindheit mit Begeisterung Comics und Comic-Figuren. Im zarten Alter von dreizehn Jahren wurde sie mit dem »Sailormoon-Virus« infiziert und widmet sich seither der japanischen Mangakunst.

 

Mehr zu Melanie und ihren Werken.

 

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