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Königskinder-Blog: Wortrausch

Königskinder-Blog: Höhlenmenschen und Homer

Wortrausch: Über den ersten Bestseller und Odysseus Hund.

Gute Geschichten mochten die Leute schon immer.

Vor 40.000 Jahren waren Höhlen bedeutende Kultzentren. Ich wette, dass da nicht nur die Bilder, sondern auch die Geschichten ihren Anfang genommen haben.

Ein paläolithischer Jäger und Sammler kam in der Dämmerung nach Hause, und nachdem er zusammen mit Familie und Freunden am offenen Lagerplatz Beeren und Wollnashorn gegrillt und gegessen hatte, sagte jemand: Erzähl uns, wie das war mit dem Wollnashorn!

Leider wusste damals noch keiner, wie man eine Geschichte gut erzählt, weil es noch keine Kurse für kreatives Schreiben gab. Kaum hatte Paläo begonnen, da schliefen alle um das Feuer herum nach und nach ein: Er verlor sich in minutiösen Details (Landschaftsbeschreibungen, Beeren-Beschreibungen, Wollflusen-Beschreibungen etc.), schweifte dauernd ab und vergaß, eine Liebesgeschichte mit einzubauen. Das war nix. Oha, dachte sich Paläo, das kann ich besser.

Nach der nächsten Jagd lud er alle in die nächste Höhle ein und inszenierte seine erste Lesung. Die Leute hörten ihm gebannt zu. Dass Wollnashorn-Jagd derart spannend war, hatte bis dato niemand gewusst. Und romantisch noch dazu! Eine Signierstunde gab es danach auch, nämlich an der Höhlenwand. Die Wollnashorn-Trilogie wurde dann der erste Bestseller in der Geschichte der Menschheit.

Die ersten verbürgten Bestseller des Abendlandes sind die Ilias und die Odyssee. Anders als die Wollnashorn-Trilogie sind die 2.800 Jahre alten Epen bis heute bekannt und werden immer wieder gelesen. Der blinde Dichter Homer – wenn es ihn überhaupt gegeben hat – konnte eben verdammt gut erzählen!

Ob Bestseller oder nicht: Dass Odysseus, der Streber, angeblich stets listig war und trotzdem ganze 10 Jahre gebraucht hat, um nach Hause zu kommen, ist mir schon immer auf die Nerven gegangen. Und noch mehr, dass Penelope tatsächlich 20 Jahre auf ihn gewartet hat. Mein lieber Schwan! Dafür ist das Gemetzel von Penelopes Freiern wunderbar blutrünstig und entschädigt für manches. Okay, und das mit dem Trojanischen Pferd war schon echt cool. Also eine gute Geschichte. Und traurig: 10 Jahre Krieg, 10 Jahre Irrfahrt und am Ende stirbt auch noch Odysseus‘ Hund. Das mit dem Hund fand ich als Kind immer am traurigsten.

Gute Geschichten jedenfalls mögen die Leute noch immer.

Herzliche Grüße,
Barbara König

PS: Odysseus‘ Hund hieß übrigens Argo. Und Wollnashörner haben gar keine Wolle.

 

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