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Die Entstehung von Hector Umbra

Ein Werkstattbericht von Uli Oesterle


Wie entsteht ein Comic? Uli Oesterle beschreibt den Weg von der Idee bis zur Umsetzung.


 

Uli Oesterles Arbeitsplatz


Von der Idee zur Layout-Skizze


Sobald ich die Idee zu einer Geschichte habe, entwerfe ich im ersten Schritt die wichtigsten Protagonisten und zeichne sie von allen Seiten. Diese sogenannten Turnarounds ermöglichen es mir, die Figuren später schnell und sicher zu Papier bringen zu können. In seltenen Fällen entwerfe ich zuerst die Figur und entwickle daraus die Idee für eine Geschichte.

Meine Geschichten schreibe ich in der Regel ausführlich nieder. Ich schildere detailliert Bildinhalte, erforsche die Gefühlswelten meiner Protagonisten und entwerfe die meisten der Dialoge, wobei es durchaus möglich ist, dass einiges zu einem späteren Zeitpunkt wieder verworfen wird. Das fertige Manuskript gebe ich dann einer Reihe von Unbeteiligten zu lesen, um zu überprüfen, ob die Geschichte in sich stimmig ist und funktioniert. Das Feedback der Anderen hilft mir, Unstimmigkeiten aufzudecken. Wo immer es erforderlich ist, schreibe ich die Geschichte ein wenig um, tausche Szenen oder nehme sonstige Schönheitskorrekturen an der Handlung vor.


 

 

Anschließend setze ich das Ganze zunächst einmal in kleine Einzelbilder um, sogenannte Thumbnails, und notiere am Rand die jeweiligen Monolog- oder Dialogzeilen. Danach fertige ich ein kleines Layout an, um die Bilder bestmöglich auf der Seite zu verteilen. Diese Layoutskizze entspricht meist schon dem endgültigen Aufbau der Seite.


Vorzeichnung


 

 

Auf der Grundlage der Layoutskizze entsteht am Leuchttisch die Vorzeichnung, die nun schon wesentlich detailreicher ist. In der Vorzeichnung kalkuliere ich bereits Sprechblasen und Schwarzflächen ein. Um das Risiko zu vermeiden, die Zeichnung zu verderben, teste ich die Verteilung der Schwarzflächen an fraglichen Stellen zunächst auf einer Fotokopie.

In diesem Stadium füge ich die endgültigen Dialoge und Monologe ein. Nicht selten ändern sich diese hier noch einmal, um die abgebildeten Gesichtsausdrücke oder die Handlung treffender zu transportieren.


Reinzeichnung und Kolorierung




Die Vorzeichnung wird nun am Leuchttisch auf ein etwas festeres und hochwertigeres Papier übertragen. In diesem Schritt nehme ich noch einmal letzte Änderungen an Gesichtsausdrücken, Bildausschnitten und Körperhaltungen vor.



Die Reinzeichnung wird jetzt eingescannt und am Computer koloriert. Die Farbgebung betrachte ich als eine Art Leitsystem, um den Leser noch klarer durch die Handlung zu führen. Jede Szene hat eine bestimmte Farbstimmung, die im Idealfall die Emotionen der Figuren unterstreicht.

Um den Comic zu vollenden, werden nun noch die Texte in die Sprechblasen eingesetzt. Fortsetzung des Werkstattberichts